
Künstliches Kniegelenk
Das künstliche Kniegelenk ersetzt die zerstörten Gelenkteile im Knie. Es ist dem menschlichen Knie in ähnlicher Form nachgebaut. Die Größe orientiert sich ebenfalls an dem zerstörten Knie des Patienten. Ein Röntgenbild vor der Operation und Probeprothesen, die während der Operation an den Knochen gelegt werden, geben dem Operateur Aufschluss über die passende Größe der Kniegelenksprothese.
Die Knieprothese wird in der Regel durch den sogenannten Knochenzement fixiert, der eine feste Verbindung zwischen Prothese und Knochen eingeht. Zementfreie Prothesen werden eher bei jüngeren Patienten angewandt.
Columbus PS Knie
Welche Methode der Verankerung der Prothese für Sie richtig ist, wird Ihr Operateur festlegen. Je nach Fortschritt des durch die Arthrose zerstörten menschlichen Kniegelenkes, kann man zwischen drei Kniegelenksprothesen unterscheiden:
- Einseitiger Oberflächenersatz
Es wird eine Prothese auf eine der Oberschenkelrollen aufgesetzt (= Schlittenprothese). Diese gleitet dann bei der Bewegung auf dem Kunststoffblock, der, zusammen mit einem Metallunterteil, auf der entsprechende Seite des Schienbeinkopfes aufgesetzt wird. Die Stabilität wird durch die erhaltenden Kreuz– und Seitenbänder gewährleistet. - Kompletter Oberflächenersatz
Mehrere Teile des Kniegelenkes (Knorpel und eventuell auch Kreuzbänder) sind durch Arthrose zerstört, die Seitenbänder müssen aber noch fest und intakt sein.
Es wird eine Oberflächenprothese auf den Oberschenkelknochen gesetzt. Auf Grund der anatomischen Gestaltung des Oberschenkelknochens gibt es einen rechten und einen linken Oberschenkeloberflächenersatz. Der Unterschenkelknochen wird wieder mit Metallscheibe und Kunststoffplatte als Gleitfläche versorgt. Wegen der Vielfalt der Größe und Form des menschlichen Unterschenkelknochens besteht hier die Möglichkeit, durch Kombination der Größe des Implantates die Länge sowie die Querrichtung optimal abzudecken. Die Verankerung des Metallplateaus variiert je nach Knochenbeschaffenheit.
Falls zusätzlich die Knorpelschicht der Kniescheibe, die an der Vorderseite des Oberschenkelknochens auf– und abgleitet, zerstört ist, wird diese defekte Seite durch eine Kunststoffplatte ersetzt. - Vollständiger, achsgeführter Gelenkersatz
Das gesamte Kniegelenk, der Gelenkknorpel und die Bänder sind zerstört oder es besteht eine Achsabweichung zwischen Ober– und Unterschenkelknochen über 30 Grad. Die Stabilität ist nicht mehr gewährleistet. Die Prothese muss jetzt auch die Funktion der Bänder übernehmen.
Es wird eine schaniergesicherte Prothese eingesetzt, die Ober- und Unterschenkel durch eine bewegliche Achse verbindet. Größere Anteile von Knochen werden entfernt und eine Stielprothese in den Ober- und Unterschenkel eingesetzt.

