Knie

Häufige Fragen zu sportmedizinischen Diagnosen am Knie

  • Kreuzbandersatz: Kann ich nach der Kreuzband-OP wieder Leistungssport treiben?

    Ja, durch eine Kreuzband-Operation wird die Bandstabilität des Kniegelenkes wiederhergestellt, so dass nach Abschluss des Heilungsprozesses grundsätzlich auch kniegelenksbelastende Sportarten wieder ausgeübt werden können. Die Rückkehr zur sportlichen Aktivität ist aber auch abhängig von weiteren Faktoren (begleitende Meniskusverletzungen, Knorpelschäden). Sehr wichtig für die völlige funktionelle Wiederstellung des Kniegelenkes nach einer Kreuzbandoperation ist eine intensive physiotherapeutische und rehabilitative Nachbehandlung mit Wiederherstellung der Muskelkraft und Muskelkoordination der kniegelenksführenden Muskulatur.

  • Meniskus-Chirurgie: Muss der Meniskus entfernt werden?

    Ein gerissener Meniskus wird – wenn möglich – arthroskopisch (minimalinvasiv) genäht. Dies ist meist aber nur bei frischeren Verletzungen und bestimmten Risstypen des Meniskusgewebes möglich. Wenn eine Meniskusnaht nicht möglich sein sollte, entfernen wir lediglich die gerissenen und verschlissenen Anteile des Meniskus mit dem Ziel möglichst viel intaktes Meniskusgewebe zu erhalten.

  • Knorpelchirurgie: Ist der Verschleiß umkehrbar?

    Ein Knorpelverschleiß ist nicht vollständig umkehrbar! Es gibt allerdings verschiedene operative Methoden, mit denen die geschädigten Knorpelflächen durch einen stabilen Ersatzknorpel wiederaufgefüllt werden können.

    Im ONZ wenden wir folgende Verfahren an:

    Bei der so genannten Mikrofrakturierung eröffnen wir punktförmig den Knochen unter dem Knorpeldefekt, um das Einbluten von Stammzellen aus dem Knochenmark zu fördern. So wird die Bildung von Narbenknorpel initiiert. Das gelingt jedoch nur bei Defekten, die kleiner als ein Quadratzentimeter sind.

    Sind die Defekte größer, kommt das Verfahren der Transplantation von Knorpel-Knochen-Zylindern zum Einsatz. Dabei verwendet man entweder körpereigenes oder künstliches Knochen-Knorpelmaterial, welches zylinderförmig und passgerecht in den Knorpeldefekt nach vorherigem Ausfräsen eingestanzt wird.

    Bei großen Defekten über drei bis vier Quadratzentimeter und bei einem Alter unter 60 Lebensjahren kann man den Defekt mit körpereigenen Knorpelzellen beheben. Diese werden vorher gesondert entnommen, gezüchtet und dann mittels verschiedener Techniken (z.B. auf Trägerkügelchen geimpft) in den Defekt transplantiert.

    All diese Methoden kommen stadien- und altersabhängig zum Einsatz, sind jedoch bei schwerem Verschleiß (Arthrose) im Regelfall nicht mehr anwendbar und müssen, falls notwendig mit Begleitoperationen (bandstabilisierende und achskorrigierende Operationen) kombiniert werden, um erfolgreich zu sein.

Erkrankungen am Kniegelenk, die zu einem Gelenkersatz führen

Ein künstlicher Gelenkersatz ist dann notwendig, wenn die Zerstörung des Knies so groß ist, dass ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr sinnvoll ist. Die Abnutzungserkrankung des Kniegelenkes, die sogenannte Arthrose, kann die Folge der altersmäßigen Abnutzung des Gelenkknorpels sein. Der Verschleiß übersteigt dann das altersgemäße Maß und führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Ursache für die Abnutzung können Fehlbelastungen durch Verformung des Beines (O-Bein / X-Bein), alte Verletzungen oder Entzündungen im Kniegelenk sein. Die dünneren Knorpelschichten reiben aufeinander. Wenn der Knorpel soweit abgerieben ist, das der Knochen freiliegt, führt jede Bewegung zu Schmerzen. Die Gelenkinnenhaut produziert dann eine größere Menge an wenig gleitaktiver Gewebeflüssigkeit, wodurch ein Gelenkerguss entsteht. Der Patient hat dadurch starke Schmerzen.

Häufige Fragen zum Gelenkersatz am Knie

  • Wie relevant ist die Wahl des Prothesentypus?

    Die Wahl des Prothesentyps ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie z.B. dem Alter des Patienten, dem Ausmaß der Kniegelenksschädigung und nicht zuletzt auch der Ursache der Arthrose.

    Bei Ihrer Operationsplanung berücksichtigen wir die vielfältigsten patienteneigenen Faktoren. Auf dieser Basis wählen die ONZ-Orthopäden nach eingehender Untersuchung Ihren individuellen Gelenkersatz aus einem Portfolio weltmarktführender Hersteller für eine langfristige Versorgung aus.

  • Muss ich mit dem Verschleiß einer Prothese rechnen und wenn ja, mit wie viel Jahren?

    Auch das künstliche Gelenk unterliegt einem Verschleißprozess, der zu einer Abnutzung der gelenkbildenden Anteile führt. Winzige Abriebpartikel können eine nicht-bakterielle, entzündliche Erosion des knöchernen Prothesenlagers verursachen. Dies kann, unabhängig von der Verankerung, zu einer zusätzlichen Lockerung der Prothese führen. Die Zahlen der aktuellen Literatur belegen eine durchschnittliche Lebensdauer (Standzeit) für Knieprothesen von ca. 12 bis 15 Jahren.

  • Bin ich zu jung für eine Prothese?

    Grundsätzlich ist niemand zu jung für eine Prothese. Der Patientenwunsch nach einem schmerzfrei funktionierenden Gelenk ohne signifikante Einschränkung der Alltagsaktivitäten und sportlichen Ambitionen, besteht in jedem Altersabschnitt. Mit der modernen Endoprothetik ist es mittlerweile sehr gut möglich, diesem Wunsch gerade auch bei jüngeren Patienten zu entsprechen. Dem Grundsatz: „Ein Leben mit Schmerzen ist kein wirkliches Leben“ tragen die Orthopäden im ONZ in vollem Umfang Rechnung.

  • Welche alternativen Operationsverfahren gibt es?

    Knorpeldefekte beim Erwachsenen heilen nicht spontan, weil Knorpel nach Abschluss des Körperwachstums nicht mehr nachwächst. Diese Defekte können in eine sekundäre Arthrose münden. Abhängig von der Defektgröße besteht die Möglichkeit, den geschädigten Bereich arthroskopisch mit rekonstruktiven, autologen Knorpeltransplantationen zu behandeln. Auf diese Weise kann der Einsatz eines Gelenkersatzes hinausgezögert werden.

    Alternative operative Therapiestrategien streben die Bildung eines Reparaturgewebes (Narbengewebe) oder die Entlastung von geschädigten Gelenkanteilen (achskorrigierende Eingriffe) an.

  • Ich habe bereits eine Prothese und benötige Ersatz (Revisionsendoprothetik). Haben Sie damit Erfahrung?

    Die aseptische Lockerung des Implantats entsteht, wenn die Verbindung zwischen dem Implantat und dem gewachsenen Knochengewebe zerstört ist. Dies ist ein allmählich voranschreitender Prozess. Dieselben Folgen hat eine Zerstörung der zementierten Verbindung zwischen Knochen und Zementmantel einerseits oder Zementmantel und Implantat andererseits.

    Die Ursachen hierfür sind unterschiedlicher Natur und reichen von der Materialermüdung über die sogenannte Partikelkrankheit bis hin zu septischen Komplikationen. 

    Der einzeitige septische Prothesenwechsel, d.h. der Austausch der infizierten Prothese innerhalb einer Operation, gehört für die Spezialisten des ONZ in der Behandlung periprothetischer Infektionen zum Standardrepertoire.

    In langjähriger enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Mikrobiologen werden regelmäßig septische Revisionen betroffener Gelenke erfolgreich durchgeführt.