5. Verletzung der Bizepssehne/ Riss der langen Bizepssehne
Während die Verletzungen der kurzen Bizepssehne eher selten sind, häuften sich die Verletzungen der langen Bizepssehne in den letzten Jahren und wurden als Ursache für chronische Schulterschmerzen erkannt. Beispielsweise durch Sturz auf den ausgestreckten Arm oder durch wiederholte Überlastung, insbesondere bei Überkopfsportarten (z. B. Gewichtheben, Werfen), kann es zu einer Verletzung der langen Bizepssehne an ihrem Ansatzpunkt am Oberrand der Schultergelenkpfanne kommen. Man spricht von einer Verletzung des Bizepssehnenankers oder auch von einer SLAP-Läsion. Da der Bizepssehnenanker eine sehr schmerzempfindliche Struktur ist, können diese Schädigungen insbesondere beim jungen Sportler arthroskopisch wieder befestigt werden.

(Bilder Fa. Arthrex)
Häufiger verbreitet ist die entzündliche Erkrankung (Bizepssehnentendinitis) oder letztendlich der schulternahe Riss der langen Bizepssehne (Bizepssehnenruptur). Meist handelt es sich hierbei um Verschleißerscheinungen am Sehnengewebe. Da der Muskelbauch in Richtung Ellenbogengelenk wandert, sieht man einen halbkugelförmigen Muskelwulst an der Vorderseite des Oberarmes. Zumeist ist ein geringer Kraftverlust vorhanden. Zur Diagnosesicherung kann eine Sonographie des Schultergelenkes durchgeführt werden. Eine operative Versorgung eines Risses der langen Bicepssehne ist in der Regel nur bei jüngeren, sportlich aktiven Patienten notwendig.
