
Medikamentöse Schmerztherapie
Jeder Schmerztherapie muss eine ausführliche Untersuchung (Schmerzanamnese) vorangehen und individuell auf den Patienten abgestimmt sein. Erst dann kann eine gute und erfolgreiche Behandlung erfolgen. Zu einer konservativen Therapien wird die Behandlung mit Krankengymnastik entsprechend unterstützt.
Tablettentherapie
Konservative Therapie mit schmerzstillenden Medikamenten erfolgt in 3 Stufen.
Stufe 1
Bei leichten bis mittleren Schmerzen reichen oft sogenannte "Antiphlogistika" (=schmerzlindernde, entzündungshemmende Mittel). Obwohl man viele Medikamente dieser Substanzgruppe ohne Rezept bekommt, sind ihre Nebenwirkungen besonders auf den Verdauungstrakt nicht zu unterschätzen. Sie sollten deshalb nie ohne ärztliche Verordnung und Überwachung längerfristig eingenommen werden.
Stufe 2-3
Mittlere bis sehr starke Schmerzen bedürfen häufig des Einsatzes von stärkeren Schmerzmitteln, wie sie schwache bis starke "Opioide" darstellen. Die Angst vieler Patienten vor der Einnahme von Opioiden ist bei fachgerechter Verordnung und genauer Einhaltung der vorgeschriebenen Dosierung unbegründet, da dann ihre Nebenwirkungen geringer sind, als bei vermeintlich harmlosen Schmerztabletten. Opioide müssen nach einem Zeitplan eingenommen werden, um ihre schmerzlindernde Wirkung optimal entfalten zu können und die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Opioide zählen:
Übelkeit, Verstopfung und Müdigkeit. Diese Nebenwirkungen sollten gleich am Beginn der Schmerztherapie behandelt werden und klingen oft nach 1 - 2 Wochen wieder ab.
Infusionstherapie
Viele schwache bis mittelstarke Schmerzmittel wie Antirheumatiker, als auch starke Schmerzmittel, wie Opioide, können auch in Form von Infusionen verabreicht werden. Das hat den Vorteil, dass die Substanz rascher seinen Wirkort erreicht und die Schmerzlinderung schneller einsetzen kann.Minimal invasive, konservative Verfahren
Zu den Minimal invasiven, konservativen Verfahren gehört beispielsweise die Injektionstherapie (z.B. Periradikuläre Therapie, Epidurale Therapie oder Facettengelenksblockaden). Bei diesen nicht-operativen Verfahren wird der betroffene Nerv bzw. das Gelenk an der Wirbelsäule präzise mit speziellen Medikamenten umspült. Ziel ist es, die Spirale aus Schwellung, Entzündung und Schmerz zu unterbrechen.
Nichtmedikamentöse Schmerztherapie
Seit den 70-iger Jahren wird Akupunktur in Europa und den USA intensiv wissenschaftlich untersucht und ist derweilen schulmedizinisch-wissenschaftlich anerkannt. Akupunktur hat den Vorteil im Gegensatz zu vielen Schmerzmitteln, dass es zu keinen oder nur minimalen Nebenwirkungen kommt. Bei leichten bis mittleren Schmerzen kann die Akupunktur in vielen Fällen den Schmerz ausreichend lindern. Bei starken bis sehr starken Schmerzen ist es oft hilfreich Akupunktur mit einer bestehenden Schmerzmedikation zu kombinieren, um die nötige Dosis der Schmerzmittel gering zu halten und/oder Nebenwirkungen der Schmerzmittel (Übelkeit, Verstopfung etc.) zu lindern. Ein Schmerzzustand muss aber vor Beginn einer Akupunkturbehandlung immer genau abgeklärt werden.
Erst wenn alle konservativen Methoden ausgeschöpft sind oder alle Therapiemethoden nicht anschlagen, wird auf eine Operation zurück gegriffen. Unser Ziel ist, mit möglichst geringem Aufwand und Risiko einen größtmöglichen Erfolg für unsere Patienten zu erzielen.
