Epiduralkatheter
Lumbale und cervicale epidurale Schmerzkatheterbehandlung
Über 100.000 Deutsche müssen jedes Jahr an der Bandscheibe operiert werden. Wir wissen jedoch um die recht hohe Rate von Spätfolgen nach Bandscheibenoperationen: Vernarbungen und Entzündungen im Operationsgebiet, welche dann erneut wieder Rücken- und "Ischias"- Schmerzen verursachen. Wenn also eine Bandscheibenoperation nicht zwingend notwendig ist (Lähmungen, stärkste anhaltende Schmerzen, etc.), sollte man in allen anderen Fällen versuchen, mit konservativen (nicht operativen Maßnahmen) das Krankheitsbild in den Griff zu bekommen. Hierzu steht uns eine minimal invasive Technik zur Verfügung, welche es uns ermöglicht, eine schmerztherapeutische Bandscheibenbehandlung ohne (!) Operation über eine Wirbelsäulen – Kathetertechnik durchzuführen.
Entwickelt wurde diese Methode in den USA von Herrn Professor Dr. Racz, einem Schmerztherapeuten aus Texas. Dabei wird in lokaler Betäubung durch eine kleine Öffnung am Kreuzbein bei Beschwerden der Lendenwirbelsäule bzw. durch eine Band an der oberen Brustwirbelsäule bei Beschwerden der Halswirbelsäule ein nur ca. 2 mm dicker Spezialkatheter in den Wirbelkanal eingeführt. Dank seiner steuerbaren Spitze kann dieser Katheter nun unter Röntgen-Durchleuchtungskontrolle exakt an die Stelle des Bandscheibenvorfalles und des entzündeten, sowie geschwollenen Nervens platziert werden.
Mittels einer speziellen Kombination aus hochkonzentrierter Kochsalzlösung, Enzymen, Lokalanästhetika und entzündungshemmender Medikamente erreicht man eine Abschwellung und Schrumpfung des entzündeten Gewebes und der Bandscheibe und somit Entlastung des gequetschten Nervens: also eine punktgenaue Bekämpfung des Schmerzes. Auch rückenmarksnahe Verklebungen und Vernarbungen nach Voroperationen können damit wirkungsvoll behandelt werden.
Der Eingriff dauert etwa 30 Minuten und der Patient kann nach einer ca. 2-stündigen Bettruhe aufstehen und sich frei bewegen. Der Katheter bleibt noch für weitere zwei Tage liegen, sodass die Injektionsbehandlung noch viermal stationär wiederholt werden kann. Anschließend wird der Katheter gezogen, und der Patient kann am nächsten Tag die Klinik verlassen.
Die Methode bietet, in Abhängigkeit von der Aktualität der Erkrankung (akut, chronisch, voroperiert, degenerativ), eine langfristige Schmerzfreiheit oder deutliche Schmerzlinderung in einem Prozentsatz von 50 - 80% und kann nahezu risikolos durchgeführt und vor allem auch zu einem späteren Zeitpunkt ggf. wiederholt werden.
