Wirbelkanalverengung
Von besonderer Bedeutung für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sind die Zwischenwirbelscheiben, auch Bandscheiben genannt. Sie bestehen aus einem Ring aus Faserknorpel, der als Stoßdämpfer dient. Diese Wirkung wird noch verstärkt durch einen gallertartigen Kern in der Mitte der Bandscheibe. Bei Druck verflacht sich dieser Kern ähnlich wie ein Wasserkissen, bei Entlastung kann er sich wieder zusammenziehen.
Nach Verletzungen oder Erkrankungen kann der Ring aus Faserknorpel Schaden nehmen. Wölbt er sich zum Rückmarkskanal hin vor, spricht man von einer Bandscheibenvorwölbung. Tritt der gallertartige Kern aus und drückt auf das Rückenmark, liegt ein so genannter Bandscheibenvorfall vor. Dass dies häufiger in fortgeschrittenen Alter auftritt, liegt an normalen Alterungsvorgängen der Bandscheibe: Der Gallertkern wird nach und nach durch Faserknorpel ersetzt. Die Bandscheibe verliert dadurch an Elastizität. Gleichzeitig wird der Faserknorpel brüchiger und kann daher eher einreißen. Im Alter nutzen sich zudem die Wirbelgelenke ab und führen häufig zu Knochenneubildungen, die ebenfalls den Wirbelkanal einengen können.
Interspinöse Spacer zur Behandlung von Engstellen der Lendenwirbelsäule
Viele ältere Menschen leiden an Engstellen der Lendenwirbelsäule. Diese Engstellen verursachen häufig ständige Kreuzschmerzen oder hindern sogar am Laufen. Viele ältere Patienten sind multimorbid, was die Durchführung eines größeren chirurgischen Eingriffes unmöglich macht. Speziell bei dieser Patientengruppe kommt die Anwendung von möglichst einfach einzusetzenden Interspinal - Spacern (Platzhalter zwischen den Dornfortsätzen der Wirbelkörper) in Frage.
Interspinale Spacer dienen nicht nur zur Behebung von Engstellen des Spinalkanals und der Nervenaustrittsöffnungen, sondern können auch präventiv nach Bandscheiben-Operationen zur Verhinderung des Zusammensinterns (Höhenverlust) des Bandscheibenraumes eingesetzt werden. Es ist auch die Implantation in mehreren angrenzenden Segmenten möglich. Dadurch werden auch die Facettengelenke (kleine Wirbelgelenke) entlastet.
Mit diesem neuen Produkt können durch ein verhältnismäßig einfaches Verfahren Engstellen behandelt und Stressauswirkung auf die Bandscheibe und Facettengelenke (kleine Wirbelgelenke) vermieden werden. Da sich das Implantat nicht in der Nähe der empfindlichen Nerven befindet, ist die Gefahr einer Nervenirritation ausgeschlossen. Auch die Operationszeit ist wesentlich geringer und die Rehabilitation schneller, als z.B. bei herkömmlichen versteifenden Operationen an der Lendenwirbelsäule.
